Betriebsverpflegung hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Homeoffice, flexible Arbeitszeiten, Schichtmodelle und kleinere Standorte sorgen dafür, dass eine klassische Kantine nicht mehr für jedes Unternehmen automatisch die passende Lösung ist.
Gleichzeitig möchten Mitarbeiter auch außerhalb der üblichen Mittagszeit vernünftig versorgt werden.
Ein Micromarket kann hier eine interessante Lösung sein. Entscheidend ist jedoch nicht nur die Mitarbeiterzahl.
Ein Standort mit 150 Mitarbeitern kann für einen Micromarket besser geeignet sein als ein Unternehmen mit 500 Beschäftigten. Wichtig ist, wie viele Menschen tatsächlich vor Ort sind, wann sie arbeiten, wie ihre Pausen organisiert sind und welche Verpflegungsmöglichkeiten es in der Umgebung gibt.
Eine gute Betriebsverpflegung beginnt deshalb nicht mit der Auswahl eines Kühlschranks oder Kassensystems, sondern mit einer realistischen Analyse des Standorts.
Ein Micromarket ist ein kleiner Selbstbedienungsmarkt innerhalb eines Unternehmens.
Mitarbeiter können dort je nach Konzept frische Mahlzeiten, Salate, Sandwiches, Getränke, Snacks, Frühstücksprodukte und weitere Lebensmittel selbstständig auswählen.
Die Produkte stehen frei zugänglich in Kühlschränken und Regalen.
Anschließend werden sie an einer zentralen Self Checkout Kasse bezahlt.
Je nach eingesetztem System können unterschiedliche Zahlungsmöglichkeiten angeboten werden, beispielsweise EC Karte, Kreditkarte, Smartphone oder Mitarbeiterkarte.
Während des normalen Betriebs ist kein dauerhaft anwesendes Verkaufspersonal notwendig.
Dadurch kann ein Micromarket auch außerhalb klassischer Kantinenzeiten genutzt werden.
Der Begriff Micromarket wird inzwischen für sehr unterschiedliche Verpflegungslösungen verwendet.
Ein klassischer Micromarket funktioniert grundsätzlich wie ein kleiner Selbstbedienungsmarkt.
Der Mitarbeiter hat freien Zugriff auf verschiedene Produkte, kann mehrere Artikel auswählen und bezahlt diese anschließend zentral.
Ein Verkaufsautomat funktioniert anders. Dort werden die Produkte über einzelne Fächer, Spiralen oder Ausgabemechanismen verkauft.
Auch ein Smart Fridge ist eine eigene Lösung.
Diese Systeme können für viele Standorte sinnvoll sein. Sie sollten jedoch nicht automatisch mit einem klassischen Micromarket gleichgesetzt werden.
Die Systeme haben unterschiedliche Stärken und eignen sich für unterschiedliche Anforderungen.
Ein Micromarket ist nicht automatisch der Ersatz für jede Kantine.
An großen Standorten mit einer hohen und gut planbaren Mittagsfrequenz kann eine klassische Kantine weiterhin eine sehr gute Lösung sein.
Ein Micromarket spielt seine Vorteile besonders dann aus, wenn sich die Mitarbeiter über einen längeren Zeitraum verteilen.
Das betrifft beispielsweise Produktionsbetriebe, Logistikunternehmen, Kliniken, Verwaltungsstandorte oder Unternehmen mit mehreren Schichten.
Auch eine Kombination kann sinnvoll sein.
Eine Kantine übernimmt beispielsweise die klassische Mittagsversorgung.
Der Micromarket steht zusätzlich morgens, abends und während der Nachtschicht zur Verfügung.
So kann eine Betriebsverpflegung entstehen, die sich besser an den tatsächlichen Arbeitsalltag anpasst.
Einer der häufigsten Fehler bei der Planung einer Betriebsverpflegung besteht darin, ausschließlich mit der offiziellen Mitarbeiterzahl zu rechnen.
Ein Unternehmen beschäftigt beispielsweise 500 Menschen.
Das bedeutet jedoch nicht, dass jeden Tag 500 potenzielle Nutzer für die Betriebsverpflegung vorhanden sind.
Ein Teil arbeitet möglicherweise im Homeoffice.
Andere Mitarbeiter befinden sich im Außendienst.
In Produktionsbetrieben verteilen sich die Beschäftigten häufig auf mehrere Schichten.
Hinzu kommen Urlaub, Krankheit, Dienstreisen und unterschiedliche Pausenzeiten.
Deshalb sollte zuerst geklärt werden, wie viele Menschen tatsächlich regelmäßig am Standort anwesend sind.
Danach stellt sich die nächste wichtige Frage:
Wie viele dieser Mitarbeiter werden die angebotene Verpflegung tatsächlich nutzen?
Diese Zahl ist für die Planung wesentlich wichtiger als die reine Mitarbeiterzahl auf dem Papier.
Ein Verwaltungsstandort mit klassischen Bürozeiten benötigt eine andere Betriebsverpflegung als ein Produktionsunternehmen mit Frühschicht, Spätschicht und Nachtschicht.
Bei einem Schichtbetrieb verteilt sich die Nachfrage über einen deutlich längeren Zeitraum.
Gerade hier kann ein rund um die Uhr zugänglicher Micromarket interessant sein.
Wichtig sind jedoch auch die Spitzenzeiten.
Wenn innerhalb von 20 Minuten sehr viele Mitarbeiter gleichzeitig Pause machen, muss das System diese Anzahl bewältigen können.
Das betrifft unter anderem die Anzahl der Kühlschränke, die Geschwindigkeit des Kassensystems, die Wege innerhalb des Marktes und die verfügbare Produktmenge.
Eine Betriebsverpflegung sollte deshalb nicht nur nach Tagesumsatz geplant werden.
Auch die tatsächliche Spitzenlast spielt eine wichtige Rolle.
Es gibt kein Sortiment, das für jedes Unternehmen gleichermaßen funktioniert.
Ein Produktionsbetrieb kann völlig andere Anforderungen haben als eine Verwaltung oder ein Klinikstandort.
Typische Produktgruppen sind beispielsweise frische Mahlzeiten, Salate, Sandwiches, Frühstücksprodukte, Getränke, Snacks und Kaffee.
Entscheidend ist jedoch, was die Mitarbeiter tatsächlich kaufen.
Deshalb sollte das Sortiment nicht einmal festgelegt und anschließend jahrelang unverändert weitergeführt werden.
Verkaufsdaten geben wichtige Hinweise darauf, welche Produkte funktionieren.
Produkte mit geringer Nachfrage können ausgetauscht werden.
Stark nachgefragte Artikel können häufiger oder in größeren Mengen bereitgestellt werden.
Auch saisonale Veränderungen spielen eine Rolle.
Im Sommer kann die Nachfrage nach Salaten und kalten Produkten steigen.
Im Winter werden möglicherweise andere Gerichte bevorzugt.
Ein gutes Sortiment entwickelt sich deshalb gemeinsam mit dem Standort.
Auch hier gilt:
Größer ist nicht automatisch besser.
Ein kleiner Standort benötigt möglicherweise nur einen Smart Fridge oder eine kompakte Kombination aus Kühlung und Kaffeeversorgung.
Ein größerer Standort kann einen vollständigen Micromarket mit mehreren Kühlschränken, Snackregalen, Kaffeeversorgung und zentraler Kasse benötigen.
Wichtig ist eine möglichst modulare Planung.
Wenn die Nutzung steigt, sollte sich das Konzept erweitern lassen.
Zusätzliche Kühlschränke oder weitere Sortimentsbereiche können dann ergänzt werden.
Gleichzeitig sollte ein Standort nicht unnötig groß geplant werden.
Jedes zusätzliche Gerät verursacht Investitionskosten, Energieverbrauch und laufenden Aufwand.
Eine pauschale Antwort auf diese Frage ist nicht seriös möglich.
Die Kosten hängen stark vom jeweiligen Konzept ab.
Entscheidend sind unter anderem die Größe des Marktes, die Anzahl der Kühlschränke, das Kassensystem, die Kaffeeversorgung, zusätzliche Sicherheitstechnik und der gewünschte Serviceumfang.
Auch die Finanzierung spielt eine Rolle.
Je nach Projekt können Kauf, Leasing oder unterschiedliche Servicemodelle infrage kommen.
Neben der Anschaffung sollten immer auch die laufenden Kosten betrachtet werden.
Dazu können unter anderem Kassensoftware, Kartenzahlung, Internetverbindung, Energie, Wartung, Reinigung, Befüllung und Warenlogistik gehören.
Deshalb sollte nicht ausschließlich auf den Kaufpreis geschaut werden.
Für die Wirtschaftlichkeit zählen die Gesamtkosten des laufenden Betriebs.
Die Wirtschaftlichkeit hängt wesentlich davon ab, wie intensiv der Standort genutzt wird.
Viele Mitarbeiter bedeuten nicht automatisch einen hohen Umsatz.
Umgekehrt kann ein kleinerer Standort sehr gut funktionieren, wenn die Mitarbeiter regelmäßig vor Ort sind und die Betriebsverpflegung intensiv nutzen.
Vor einer Entscheidung sollten deshalb mehrere Faktoren gemeinsam betrachtet werden.
Dazu gehören die tatsächliche Anwesenheit, die erwartete Anzahl der Nutzer, Arbeitszeiten, Schichtmodelle, durchschnittliche Einkäufe, Warenbelieferung, Abschriften und die laufenden Betriebskosten.
Auch die Umgebung des Unternehmens spielt eine Rolle.
Ein Standort mitten in einer Innenstadt mit vielen Restaurants und Supermärkten hat andere Voraussetzungen als ein Produktionsunternehmen in einem Gewerbegebiet.
Mitarbeiter entscheiden nicht ausschließlich nach dem Preis.
Auch Zeit und Bequemlichkeit spielen eine wichtige Rolle.
Wer nur eine kurze Pause hat und für den nächsten Supermarkt zunächst ins Auto steigen muss, bewertet eine Verpflegung direkt im Unternehmen anders als jemand, der mehrere Restaurants direkt vor dem Gebäude hat.
Deshalb sollte auch das Umfeld des Unternehmens vor der Planung betrachtet werden.
Wie weit ist der nächste Bäcker entfernt?
Gibt es einen Supermarkt?
Welche gastronomischen Angebote bestehen bereits?
Wie lange dauern die Pausen?
Solche Fragen können die tatsächliche Nutzung erheblich beeinflussen.
Viele Unternehmen unterstützen ihre Mitarbeiter bei der Verpflegung.
Ein Arbeitgeberzuschuss kann beispielsweise über Mitarbeiterkarten oder entsprechende Abrechnungssysteme umgesetzt werden.
Wie stark sich ein Zuschuss auf die Nutzung auswirkt, hängt vom jeweiligen Standort und der konkreten Ausgestaltung ab.
Deshalb sollte dieses Thema bereits während der Planung berücksichtigt werden.
Die steuerliche Gestaltung sollte dabei immer individuell mit dem Steuerberater oder der zuständigen Lohnbuchhaltung geprüft werden.
Da ein Micromarket ohne dauerhaft anwesendes Verkaufspersonal betrieben wird, muss auch das Sicherheitskonzept zum Standort passen.
Je nach Unternehmen können Kamerasysteme, Zutrittskontrollen oder zusätzliche technische Lösungen eingesetzt werden.
Ein Markt innerhalb eines abgeschlossenen Firmengebäudes hat dabei andere Anforderungen als ein Bereich mit öffentlichem Zugang.
Auch Datenschutz und betriebliche Vorgaben müssen berücksichtigt werden.
Eine einheitliche Standardlösung gibt es deshalb auch hier nicht.
Ein Micromarket ist nach der Eröffnung nicht fertig.
Die ersten Wochen und Monate liefern wichtige Informationen.
Welche Produkte verkaufen sich?
Welche Zeiten sind besonders stark?
Welche Produkte bleiben liegen?
Welche Mengen werden tatsächlich benötigt?
Auf dieser Basis sollte das Konzept weiterentwickelt werden.
Zu viel Frischware führt zu unnötigen Abschriften.
Zu wenig Ware führt zu leeren Kühlschränken und unzufriedenen Mitarbeitern.
Deshalb sollte die Warenmenge regelmäßig an den tatsächlichen Verbrauch angepasst werden.
Viele Probleme entstehen bereits vor der Eröffnung.
Ein häufiger Fehler ist die Annahme, dass die offizielle Mitarbeiterzahl automatisch der Zahl potenzieller Nutzer entspricht.
Auch Schichtmodelle und Homeoffice werden teilweise nicht ausreichend berücksichtigt.
Ein weiterer Fehler ist ein zu großes Sortiment.
Mehr Auswahl klingt zunächst attraktiv.
Wenn jedoch Produkte regelmäßig nicht verkauft werden, steigen Abschriften und Aufwand.
Auch ein zu großer Markt ist nicht automatisch besser.
Ein gutes Konzept orientiert sich am tatsächlichen Bedarf.
Nicht an der maximal möglichen Ausstattung.
Nicht jeder Standort benötigt einen vollständigen Micromarket.
Bei kleineren Nutzerzahlen kann ein Smart Fridge sinnvoller sein.
Für Getränke und Snacks kann ein klassischer Verkaufsautomat die passende Lösung darstellen.
An anderen Standorten ist eine Kombination verschiedener Systeme sinnvoll.
Deshalb sollte die Entscheidung nicht mit der Frage beginnen:
Welches Gerät möchten wir aufstellen?
Die bessere Frage lautet:
Welche Versorgung benötigt dieser Standort?
Erst danach sollte die Technik ausgewählt werden.
Vor der Einführung einer neuen Betriebsverpflegung sollten Unternehmen ihre tatsächliche Situation möglichst realistisch betrachten.
Wie viele Mitarbeiter sind regelmäßig vor Ort?
Welche Arbeitszeiten gibt es?
Wie verteilen sich die Pausen?
Wie viele Schichten bestehen?
Welche Verpflegungsmöglichkeiten gibt es in der Umgebung?
Welche Fläche steht zur Verfügung?
Welche Produkte werden tatsächlich benötigt?
Wie häufig kann geliefert werden?
Soll ein Arbeitgeberzuschuss integriert werden?
Aus diesen Informationen lässt sich wesentlich besser ableiten, welches Konzept zum Unternehmen passt.
Ein Micromarket kann eine moderne und flexible Form der Betriebsverpflegung sein.
Ob das Konzept tatsächlich sinnvoll ist, entscheidet jedoch nicht allein die Mitarbeiterzahl.
Anwesenheit, Arbeitszeiten, Schichtmodell, Standort, Sortiment und tatsächliche Nachfrage müssen gemeinsam betrachtet werden.
Das Ziel sollte deshalb nicht sein, möglichst viele Kühlschränke und möglichst viel Technik aufzustellen.
Das Ziel ist eine Betriebsverpflegung, die im Alltag funktioniert und sich an den tatsächlichen Bedarf der Mitarbeiter anpassen lässt.
Genau darin liegt der Unterschied zwischen einem aufgestellten Verkaufssystem und einem langfristig funktionierenden Verpflegungskonzept.
Sie möchten prüfen, ob für Ihren Standort ein Micromarket, Smart Fridge, Verkaufsautomat oder eine andere Form der Betriebsverpflegung sinnvoll ist?
Dann sprechen Sie mit uns.
Wir betrachten gemeinsam Mitarbeiterstruktur, Arbeitszeiten, vorhandene Flächen und die Anforderungen Ihres Standorts und entwickeln daraus ein passendes Konzept.
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Micromarket in der Betriebsverpflegung: Planung, Kosten und Wirtschaftlichkeit
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Wann lohnt sich ein Micromarket in der Betriebsverpflegung? Erfahren Sie, welche Rolle Mitarbeiterzahl, Schichtmodell, Kosten, Sortiment und Standort bei der Planung spielen.